Ernährung für Kids – eine Investition in die Zukunft

HEALTH.

MAI

13

2021

Genau wie wir Erwachsenen lieben Kids Essen, das fettig, knusprig und salzig ist. Und genau wie wir sollten sie nicht zu viel davon essen. Aus Gründen!

Keine Bange: Es wird hier nicht einer genussfeindlichen Ernährung das Wort geredet – denn wer nicht geniesst, wird ungeniessbar. Wer jedoch für das Wohlergehen von Kindern verantwortlich ist, sollte trotzdem daran denken, dass ihr Darm wie unserer ein Mikrobiom hat, das für eine vielfältige, naturnah erzeugte und damit nährstoffdichte Ernährung sehr dankbar ist. Es wird das Erwachsenenleben der Kinder prägen, indem es ihre Gelüste steuert und zu einem guten Lebensgefühl beiträgt.

Gewöhnung braucht Geduld

Kinder an eine vielfältige Ernährung zu gewöhnen, ist aufgrund ihres anfänglich schmalen Spektrums an geschmacklichen Erfahrungen eine mühselige Sache. Muttermilch schmeckt Umami und enthält eine Menge MSG (wie es auch in Aromat oder in Parmesan zu finden ist). Gemüse schmecken anfänglich nicht «lecker», sondern grün, herb, manchmal leicht bitter oder kräuterig. Gängige Früchte sind anfänglich vor allem sauer und mühsam zu kauen. Bis zu 13 Mal soll ein Kind etwas probieren müssen, bis es sich an einen neuen Geschmack gewöhnt, so steht es in zahlreichen Ratgeberbüchern zu lesen. Kein Wunder, geben manche Eltern auf und lassen es zu, dass ihre Kids sich über Jahre hinweg fast nur noch von Weissbrot mit Nutella und Spaghetti mit Butter ernähren. Die Lösung? Nun ja, wie immer in der Erziehung ist der Erfolg beim Gewöhnen an ein vielfältiges Geschmacksspektrum einzig und allein mit Geduld und Verständnis zu erreichen. Auch wir Erwachsenen mochten einst weder Kaffee noch Bier und auch keine Spargeln oder Spinat; heute sitzen wir im Lokal und bestellen solche Dinge für viel Geld und halten uns für Kenner. Es ist halt vieles eine Frage der erworbenen Präferenzen.

Vielfalt ist alles

Es ist zu befürchten, dass die Nutella-und-Spaghetti-Kids als Erwachsene überdurchschnittlich oft in der Schlange vor dem Burger-Drive-In anzutreffen sein werden: Sie haben sich an eine eintönige Kost gewöhnt, ihre Zunge ist auf den Geschmack von prozessierten Kohlehydraten, Hefe-Extrakt, Salz und Zucker kalibriert. Und nicht nur ihre Zunge, sondern auch der Darm (der bei Kids übrigens im Alter von 5 Jahren vollständig entwickelt ist und damit bereit, Lebensraum eines vielfältigen Mikrobioms zu werden). Wer jedoch seinem Darm immer die gleichen Lebensmittel zu verdauen gibt, dessen Mikrobiom wird sich in eine verarmte Lebenswelt verwandeln. Und er oder sie wird als Erwachsener langfristig wohl mit Folgen dieser Verarmung zu kämpfen haben; den sogenannten Zivilisationskrankheiten. Wer jedoch seine Kids früh an vielfältige Ernährung gewöhnt und dafür sorgt, dass ihnen frische, unbehandelte Früchte mehr Freude machen als ein klebriges Knoppers, der investiert nicht zuletzt in die Zukunft seiner eigenen Gene. Regelmässige LeserInnen dieses Magazins wissen es, und man kann es nicht oft genug wiederholen: Der Darm ist ein grosses und wichtiges Organ unseres Körpers, quasi unser zweites Gehirn, nicht zuletzt zuständig für die Produktion von Glückshormonen. Wir sollten es genussvoll pflegen und instand halten. Deswegen auf die gelegentliche Portion Pommes Rot-Weiss zu verzichten, wäre aber ein übertriebener Ansatz, und auch gar nicht nötig. Denn Kinder – und auch wir selbst – sind resilient und passen sich rasch an. Zum Glück!

Einen Bauplan für gesunde Familien-Ernährung findet ihr zum Runterladen unter diesem Link, viel Spass beim Kochen.