Unsere Lebensmittel – Genuss beginnt im Kleinsten

FUTURE.

NOV

18

2021

Lebensmittel für unsere Ernährung sind auch in Pandemiezeiten reichlich vorhanden und stets frisch. Sind wir uns genügend bewusst, wie wertvoll das ist?

Die Zahlen sind bekannt und erschüttern trotzdem. Riesige Mengen Lebensmittel werden produziert und niemals verbraucht – unsere Konsumgesellschaft funktioniert nur mit Überschüssen. Das System deswegen moralisch zu verurteilen, ist jedoch nicht hilfreich – wir finden viel eher, dass man einfach im Alltag mehr schätzen sollte, was man hat.

Der Einkauf von Lebensmitteln online oder im Supermarkt läuft dem Wunsch nach mehr Wertschätzung fürs Essen tendenziell zuwider. Oft lassen wir uns dazu anregen, mehr zu shoppen, als wir benötigen. Aktionen und Rabatte lösen den Kauf von Dingen aus, die anschliessend im Vorratsschrank oder im Kühlschrank gelagert und über kurz oder lang unbrauchbar werden – oder die zumindest so aussehen.

Mindest-Haltbarkeitsdaten sind beispielsweise Richtgrössen. Was «abgelaufen» ist und unsere Nasen nicht beleidigt, ist in aller Regel noch sehr gut essbar; Gemüse, die schon etwas unmotiviert im Kühlschrank herumliegen und die man lustlos herumschiebt, sind – einmal gekocht – immer noch perfekt geniessbar. Ganz klar: In unseren Haushalten wird zu viel unnötig weggeworfen. Es liegt an uns, das zu ändern. Man schneidet braune oder welke Teile vom Gemüse halt einfach weg – ganz easy. Anschliessend verfährt man wie gewohnt. Wir sollten immer daran denken, dass jedes Rübchen und jede Gurke von jemandem angepflanzt, gepflegt, geerntet, verpackt und geliefert sowie ins Regal geräumt wurde – auch wenn unsere Lebensmittel im Vergleich zu früheren Zeiten fast nichts mehr kosten, wird entlang der gesamten Lieferkette Wert erzeugt. Indem wir bewusster einkaufen, nehmen wir auf lange Sicht deshalb auch Einfluss darauf, dass unser System chronisch zu viel produziert.

In der Schweiz gibt es mit unter dem Namen Save Food eine Initiative für weniger Lebensmittelverschwendung. Getragen von der Stiftung Pusch für eine gesunde Umwelt, nachhaltige Ressourcen-Nutzung und artenreiche Lebensräume, liefert Save Food Ideen und Know-How zu diesem brennenden Thema. Die Kampagne macht auch mit Plakaten auf sich aufmerksam – man sieht «Food Ninjas» beim Retten von Lebensmitteln. Unter savefood.ch sind konkrete und easy Anleitungen zu finden, die einem im Alltag helfen, weniger Foodwaste zu erzeugen. Die Infos beginnen – wie auch anders – zuerst mit Infos über die Lebensmittel selbst und ihren Charakter. Es ist beim Retten von Food wie beim Geniessen auch: Mehr Wissen gleich mehr Wertschätzung, und letztlich: Mehr Genuss.



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