Wir müssen mit dem Klimawandel «leben lernen»

HEALTH.

SEP

30

2021

Über die Existenz des Klimawandels muss nicht mehr gestritten werden – die Belege sind ausreichend vorhanden. Sogar der diesjährige Sommer mochte nass sein, war jedoch dabei immer noch wärmer als die verregneten Sommer vor 20 Jahren. Wie geht’s weiter?

Die Sommer sind in den letzten Jahren heisser und trockener geworden. Die Zahlen der Nasa wie auch Erhebungen aus der Schweiz liefern beunruhigende Zahlen dazu. Die Schweiz ist sogar besonders betroffen – die Jahres-Durchschnittstemperatur hierzulande ist in den letzten Jahren bereits um rund 3 Grad gestiegen.

Mehr Extremereignisse
Selbst wenn die gesamte Weltwirtschaft sofort dekarbonisiert würde, würden die bereits in der Atmosphäre befindlichen Treibhausgase den Klimawandel vorerst weiter ungebremst weiter antreiben. Davon sind wir aber weit entfernt. Es ist deshalb mit einem globalen Temperaturanstieg von mindestens zwei Grad zu rechnen. Sollte die Schweiz weiterhin überdurchschnittlich betroffen sein, werden wir uns auf grosse Veränderungen einstellen müssen. Aber auch so stehen uns immer häufigere Extremereignisse ins Haus. Starkregen sind dabei gefährlich, aber lokal beschränkt. Hitzewellen sind die tödliche, stille Gefahr. Sie müssen wie andere Naturkatastrophen überdauert werden und führen zu vielen Todesfällen.

Ein Gefühl der Hilflosigkeit
Wie begegnet man als Mensch den bevorstehenden Hitzesommern ganz konkret? Wie man kürzlich in Kanada beobachten konnte, was in Extremfällen getan werden muss: Das Vorhandensein von Trinkwasser wird zu einer Überlebensfrage, Menschen, die über keine Klimaanlagen verfügen, sammeln sich in Gemeinschaftszentren zum Abkühlen. Von skrupellosen Geschäftemachern und unvorsichtigen Touristen ausgelöste Waldbrände gefährden mit den Wäldern unsere Helfer gegen den Wandel – die Bäume. Die Tipps gegen Hitze für Alte und Pflegebedürftige, welche das Schweizer Bundesamt für Gesundheit 2016 aufgelegt hat, wirken leicht hilflos: «Nachts lüften, Sonne fernhalten, leicht essen, viel trinken.»

Schwierige Zeiten für die Natur
Die Tier- und Pflanzenwelt kommt durch die Hitze ebenfalls stark unter Druck: Der Eisbär, dem sein natürliches Biotop unter den Tatzen wegschmilzt, ist dabei nur das prominenteste Opfer. Tierarten, die auf feuchte Biotope angewiesen sind, werden auch in unseren Breiten bedrängt und sind schon bald vom Aussterben gefährdet. Arten, die der Hitze nicht gut stand halten, werden durch eingewanderte oder eingeschleppte Neophyten (nicht-heimische Pflanzenarten) verdrängt. Im Hochgebirge werden an das raue Alpenklima angepasste Pflanzen und Tiere seltener, an ihre Stelle treten Arten aus tieferen Lagen. Ökosysteme sind komplex – Voraussagen sind deshalb schwierig, aber so viel ist sicher: Die Artenvielfalt, unser höchstes Gut, wird weiterhin dem sogenannten Fortschritt geopfert. Im Weltbild, das den Menschen unumschränkt ins Zentrum stellt, ist die steigende Lebenserwartung des Homo Sapiens Massstab für alles.

Nachhaltigkeit ist der Weg
Für die Pflanzenwelt können wir etwas tun, wenn wir einen Garten haben: Beispielsweise Vogelbecken bereit stellen, damit die Vögel jederzeit zu trinken haben, mittlerweile gibt es auch Empfehlungen, die immer weniger werdenden Vögel ganzjährig zu füttern. Es ist auch sinnvoll, keine Katze zu halten, die weitere Vögel tötet. Ernährung nach Bio-Grundsätzen trägt dazu bei, Druck von der Insektenwelt wegzunehmen. Das Leben in Städten ist weniger energie-intensiv als das Leben in einem Einfamilienhaus auf dem vielgelobten Land. Aber natürlich: Als einzelner Mensch dem Klimawandel zu begegnen, das wird sich in näherer Zukunft immer deutlicher herausstellen, ist eigentlich nicht möglich – ausser, man betrachtet die eigene, möglichst nachhaltige Lebensweise als persönlichen Beitrag. Und darauf setzen wir von Soil to Soul weiterhin konsequent. Genuss mit Gewissen zu vereinen, ist die beste Möglichkeit, immer mehr Menschen hinter dem Ziel einer möglichst baldigen Dekarbonisierung zu sammeln. Ein mutiger Blick in die Zukunft ist die Bedingung für eine Besserung der Zustände.

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